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                                                                                                                                                           FOTOS 2005/2006

 

   
Eric-Emmanuel Schmitt
Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Bücherpreis: Publikumsliebling 2004

Als ich elf war... Moses nimmt uns mit auf eine Zeitreise. Was bereits dem Tod gehört: Kindheit und Jugend.
Und jung sein ist nicht leicht für den Elfjährigen, "nicht genug damit, in der Schule wie auch zu Hause angeschnauzt zu werden, zu waschen, zu büffeln, zu kochen, die Einkäufe zu schleppen, nicht genug damit, allein in einer großen Wohnung zu leben, dunkel, leer, und ohne Liebe, mehr der Sklave als der Sohn eines Rechtsanwalts ohne Fälle und ohne Frau, wurde ich dazu auch noch verdächtigt, ein Dieb zu sein!”
Warum es dann nicht auch tun", denkt sich der Junge und beginnt, im Kolonialwarenladen Monsieur Ibrahims zu stehlen. "Was soll's, er ist ja nur ein Araber!" Aber Monsieur Ibrahim ist nicht nur kein Araber. Monsieur Ibrahim ist... nun, eben Monsieur Ibrahim. Und daher verwandeln sich gestohlene Dosen in geistige Gaben und Moses nimmt, was Monsieur Ibrahim zu geben hat. Die Weisheiten des Sufismus. Die Kunst, glücklich zu sein.
Die berühmt gewordene Parabel Eric-Emmanuel Schmitts hier in einer Bearbeitung, die dem Text treu bleibt und zugleich neue Akzente setzt: In der Selbstbegegnung Moses' heben sich Bestimmungen wie jung und alt, Jude und Araber auf und Moses verwandelt sich. Ein Tanz der Derwische, in dem Transzendenz nicht nur ein Wort ist.

Eine Kooperation mit dem Theater der Jungen Welt Leipzig.

Regie: Sven Grunert; Ausstattung: Helmut Stürmer; Videoinstallation: Hagen Wiel; Besetzung: Andreas Sigrist, Florian Stadler, Meike Anna Stock

Pressestimmen

"Sven Grunerts cinematischer Inszenierungsstil mit atmosphärischer Lichtregie und emotionalischen Musikeinspielungen setzt diesmal noch mehr auf Ruhe, fokussiert auf das Wort, schafft Raum für Assoziationen und sublimiert so elegant die wunderbaren Szenen aus der gleichnamigen Verfilmung.”      Passauer Neue Presse

"Die Inszenierung arbeitet mit der Sprache des Originals. Und die fließt, ist klar und einfach. Der Dialog des Kranken mit sich selbst und Monsieur Ibrahim ist glaubwürdig und stark gespielt."     Mephisto 97.6

"Je mehr sich der weiße Saal in den blauen Laden des Monsieur Ibrahim verwandelt, desto gebannter drückt man sich an der imaginierten Scheibe die Nase platt. Anhaltend ergriffener Applaus vom Premierenpublikum."     Leipziger Volkszeitung

"Die Inszenierung gewinnt ihre Leichtigkeit gerade aus der Distanz, die sie zu ihren Zuschauern aufbaut.”     Theater der Zeit

"Da kann es sogar gelingen, auch auf der Bühne ganz ohne pädagogischen Zeigefinger dem Weisheitsanspruch Geltung zu verschaffen, dass es besser sei, sein Licht anzuzünden als über die Dunkelheit zu jammern. Das ist schon sehr erstaunlich und auf jeden Fall sehenswert.”     Bayerische Staatszeitung