Henrik Ibsen Nora. Ein Puppenheim
Nora Helmer nimmt, um ihrem Mann zu helfen, ein Darlehen auf. Er weiß es nicht. Es ist ihr großer Stolz, die Schuld über Jahre abzubezahlen, ohne dass ihr Mann von allem etwas merkt. Doch kurz bevor sie schuldenfrei ist, fliegt ihr Ge- heimnis auf. Eine Familie zerbricht ...
Ibsen adressierte sein PUPPENHEIM an das europäische Bürgertum seiner Zeit. Er schrieb sein Erfolgsstück weit ab von seiner skandinavischen Heimat: Er reiste nach Italien an die Amalfiküste bei Neapel, schloss sich in dem berühmten Zimmer Nr. 11 ein, in dem schon Wagner seinen PARSIFAL schrieb. Unter sich das brausende Meer, die Wucht der Natur, zerklüftete Felsformationen, sah er im Spiel des Wassers immer wieder Gesichter, die zu Fratzen zerliefen ...
Hier fand Ibsen die Inspiration zu seinem Skandalstück. Er lässt uns in einen Abgrund schauen. Hier schuf er sein PUPPENHEIM, das einer Abrechnung gleicht, mit einem System der Lügen, mit den Verstellungen und Verdrehungen eines bürgerlichen Puppenheims. Das Stück ähnelt einem Schrei nach Selbst- bestimmung und Autonomie, die uns tief in unserem Menschsein trifft. Im Verlauf des Stückes schält sich Nora aus der Lüge ihres Beziehungskosmos heraus und entdeckt den Weg der Freiheit, provokant und radikal.
Mit der Darstellung der Rolle der bürgerlichen Frau in NORA löste Ibsen 1879 einen Skandal aus, der jahrelange Kontroversen nach sich zog. In der letzten Spielzeit stand unsere ANTIGONE im Vordergrund unserer künstlerischen Arbeit. Den Weg der Selbstbestimmung, den wir in der ANTIGONE gefunden haben, wollen wir in NORA auf ein Neues entdecken.
Regie:
Sven Grunert; Bühne, Kostüme: Helmut Stürmer; Besetzung: Winfried Gropper,
Jasmin Jiwa, Julia Koschitz, Bettina Schönenberg, Andreas Sigrist,
Florian Stadler Pressestimmen
"Innerhalb
dieser konsequent psychologischen Regiekonzeption wird Sven Grunerts
Inszenierung immer dichter und eindringlicher. Nach der großartigen
"Antigone" im letzten Jahr ein weiterer Beweis für das
beachtliche Talent Sven Grunerts für spannende
Aktualisierungen großer Klassiker." Landshut aktuell
"Regisseur
Sven Grunert zeigt, dass das “Puppenheim” ... heute so aktuell ist wie
vor 130 Jahren. Dem brillanten Duo Julia Koschitz
und Andreas Sigrist stehen Bettina Schönenberg, Jasmin Jiwa, Florian
Stadler und vor allem Winfried Grop- per als gebrochener Widerling Krogstad
kaum nach und bereiten so einen exqui- siten
Theaterabend." Wochenblatt
"Sven
Grunert hat die Geschichte zweier Menschen, die unfähig sind, nach ihren
eigenen Gesetzen miteinander zu leben, schlüssig inszeniert. Wenn Nora am
Ende die gegebenen Gesetze ablehnt, weil sie eine verkehrte Realität
vorspie- geln, zeigt sich, dass Ibsens Problemstellung auch heute noch Gültigkeit
hat. Bei Grunert ist daraus ein spannender Theaterabend geworden." Landshuter
Zeitung 
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