| |
 |
|
Franz Wittenbrink
Sekretärinnen Akten wälzen und Frühstücks-, Mittags- und Kaffeepause - hat das Leben einer Sekretärin nicht mehr zu bieten? Durchaus. Sie beenden in aller Ruhe ihr Privat- gespräch, während es sich in der Telefonleitung staut. Sie riskieren täglich zwi- schen Aktenreitern und Kopierer die sauber manikürten Fingernägel. Die Indivi- dualität liegt in der abschließbaren Schreibtischschublade, dem prachtvollen Wachstum der Grünpflanze, und ihre melodramatische Sehnsucht nach den Ab- gründen hinter der Tür zum Chefzimmer ist unstillbar. Sie sind Therapeutin, trös- tender Mutterersatz und Seele eines jeden Büros. Deshalb können nur sie allein ihren Chefs jeden Wunsch von den Augen ablesen - die vielgeliebten, oft unter- schätzten Sekretärinnen. Wer aber kennt die geheimen Sehnsüchte, die Abgründe, die Fantasien der se- riösen Chef-Vertrauten? Mit einem Hauch Nostalgie, einem Schuss Sex-Appeal und viel Augenzwinkern erklingt alles, was das Herz begehrt. Die Sekretärinnen schmachten und telefonieren, spinnen Liebesfantasien und fliehen ersatzweise in die Arme des Büroboten, dem einzigen Mann weit und breit. "Ich bin stark", "Für mich soll's rote Rosen regnen" oder "Respekt".
Was die Damen und ein Herr singen und spielen, garantiert wunderbare Unter- haltung.
Regie / Ausstattung: Petra Dannenhöfer; Licht: Mariella von Vequel; Musik, Einstudierung und Klavier: Spassina Armenkow; Besetzung: Franziska Ball, Ursula Berlinghof, Marc Bernhard, Julia Dahmen, Petra Einhoff, Kristin Meyer, Carmen-Dorothé Moll Pressestimmen
"Wenn neunzig Minuten lang nichts dem Zufall überlassen bleibt, dann liegt das an Petra Dannenhöfers Einfallsreichtum in Sachen Regie. Bei ihren Sekretä- rinnen dreht sich alles um das Leben und die Liebe im Büro, zwischen Kaffee-
pause und dem üblichen Knatsch mit den Kerlen. Da wird hemmungslos ko-
kettiert und persifliert, geschluchzt und geschmachtet und von weiblichen
Phantasien und Begierden gesungen... Höchst unterschiedlich geartete junge Damen, witzig und tough, Männer mordend, lasziv und komisch, dabei stets vir- tuos, wenn sie ihr Büro mit schmalzigen, rockigen oder melancholischen Songs zum Swingen
bringen.
Überaus geschickt nutzt Petra Dannenhöfer die individuellen Stärken ihrer Dar- stellerinnen, um Komik und ironische Überhöhung noch deutlicher heraus zu ar- beiten.
Schwungvoll geht die Frau am Klavier, Spassina Armenkow, das Liedgut an und versteht es stets, die singenden Bürodamen zu Höchstform anzustacheln. Schrill, witzig, frech-frivol, zugleich anrührend und originell ist dieser Theater- abend. Ein Riesenspaß die Premiere, Zugaben inbegriffen." Landshuter Zeitung 
|
|