Samuel Beckett Glückliche
Tage
Sisyphos als glücklicher Mensch ...
Winnie redet, ihr Mann kaum. Und dabei reden sie noch aneinander vorbei. Winnie zelebriert die kleinen Rituale des Alltags – Zähne putzen, Haare bürsten, Lippenstift nachziehen. Und sie findet immer wieder Anlässe, sich glücklich zu fühlen – eine Gedichtzeile, ein einziges Wort ihres Mannes, eine krabbelnde Ameise. Egal, was passiert – oder viel eher was nicht passiert: Sie behält ihren Optimismus: „Was macht das schon, sage ich immer, es wird ein glücklicher Tag gewesen sein, trotz allem wieder ein glücklicher Tag.“
Winnies essentielle Glückserfahrung findet sich in der Paradoxie der Groteske und beschreibt das Wesen des Absurden. Ganz im Sinne von Achternbusch: Es gibt keine Chance. Nütze sie!
„Becketts Stücke haben die Eigenart von Panzerwagen und Idioten ... man kann sie beschießen, man kann sie mit Kremtorten bewerfen: sie setzen ihren Weg gelassen fort.“ (Peter Brook) Regie: Sven Grunert; Ausstattung: Helmut Stürmer; Besetzung: Robert Spitz, Magda Stief
Pressestimmen
"Das Erstaunliche an Sven Grunerts Inszenierung ist, dass einem die Situation der
Figuren im Verlauf des Abends nicht mehr nur fatal und hoffnungslos
vorkommt. So erlangen Becketts Kunstfiguren unter seiner Regie eine
schlichte und vielschichtige Natürlichkeit, welche sie in ihrer Absurdität,
in ihrer verzwei- felten Lage ganz konkret erscheinen lässt. Ein großartiger
Spielzeitauftakt, der vom Premierenpublikum mit stürmischem Beifall gewürdigt
wurde." Landshuter
Zeitung "Aus Becketts "Glücklichen Tagen" macht
Intendant Sven Grunert eine
eindringliche Parabel von der Kunst des Lebens, einen Klassiker, der im
Ge- dächtnis bleibt. Unter seiner Regie treibt Becketts
absurd-existenzieller Text mit Tendenz zur kulturpessimistischen Deutung
poetische Triebe. Magda Stief ist eine wunderbare Schauspielerin für
diese Rolle und für dieses Regiekonzept. Und diese Inszenierung ist ein
überaus geglückter Beckett: ein Klassiker, der durch das Leben hilft."
Landshut aktuell "Ein großes Theaterglück ist diese Inszenierung von
Sven Grunert. Er treibt Wolkenbilder mit sphärisch satten Klängen
über den Berg aus Erinnerungsmüll, den Ausstatter Helmut Stürmer im
Zentrum der Bühne aufgehäuft hat. Und setzt in dieses zeitliche und
geografische Vakuum Magda Stief als Königin der heiteren Duldsamkeit.
Eine Meisterin der Reduktion. Sie bewältigt Becketts ab- surde Suada mit
hoher Kunstfertigkeit, findet eine spannende Balance aus Ver- sponnenheit
und Tragik und rührt mit dieser Mischung die Herzen der Zuschau- er."
Donaukurier  |