 |
 |
Jason Robert Brown
Die letzten fünf Jahre
Wo kommt die Liebe her, wo geht sie hin?
Die Wissenschaft hat zwar enorme Fortschritte dabei gemacht, die Liebe zu
erklären. Sie spricht von Oxytocin, Vasopressin und anderen Hormonen.
Davon, dass Liebe im Gehirn entsteht, also offenbar doch mehr eine Kopf-
als eine Herzenssache ist. Aber am Ende bleibt es noch immer ein
Mysterium, warum wir uns in gerade den Mann oder die Frau verlieben. Und
warum das, was so rein und nicht von dieser Welt erschien, an banalen
Alltagsdingen scheitert. Man liebt sich, lebt zusammen, lebt sich
auseinander, liebt sich nicht mehr. Klingt doch ganz einfach, aber ist es
das?
Bei Jamie und Cathy – er Schriftsteller, sie
Schauspielerin und Sängerin – sind es immerhin fünf Jahre vom Kennenlernen
bis zur Krise, vom ersten Kuss bis hin zum Point of No Return: dem Tag, an
dem er mit einer anderen im Bett landet. Und bis hin zur großen Frage, wie
es dazu kommen konnte. Weil er als Schriftsteller plötzlich Erfolg hat,
umschwärmt wird, während sie nur mühsam vorwärts kommt? Und weil ihre Leben
deshalb nicht mehr zueinander passen? Das klassische Boy meets Girl, leaves
Girl, oder auch umgekehrt – könnte man meinen. Aber so wie der erfolgreiche
Broadway-Komponist Jason Robert Brown das in seinem mit den wichtigsten New
Yorker Theaterpreisen ausgezeichneten Musical „Die letzten fünf Jahre“
erzählt, wirkt es unheimlich frisch und sehr modern. Einmal, weil Brown die
Geschichte in wunderschöne, mitreißende Songs verpackt. Und weil er sie
nicht nur aus der Sicht von Mann und Frau, sondern auch von vorne und von
hinten schildert.
Nur einmal treffen die beiden Stränge
aufeinander, finden sich wieder im Duett, und zwar in dem Moment, als Jamie
um Cathys Hand anhält. Da sind wir mittendrin im Zentrum dieser Liebe,
wissen wo sie anfängt, wo sie endet – aber ob wir sie deshalb verstehen?
Oxytocin, Vasopressin? So etwas kommt doch nur heraus, wenn man mit reinem
Verstand etwas erklären will, was man fühlen, man erleben muss. (Auch wenn
es manchmal bitter endet.)
Sebastian
Strehler wurde beim 38. Bundeswettbewerb für Gesang im Berliner
Friedrichstadtpalst mit dem 2. Preis in der Sparte Chanson ausgezeichnet.
Regie: Silvia Armbruster; Musikalische
Leitung: Christoph Weinhart
Besetzung: Stefanie Marin, Sebastian Strehler
Premiere: 9.10.2009
Pressestimmen
"Silvia Armbruster hat die eigentlich
traurige Geschichte mit minimaler Requisite - zwei Stühle, ein Tisch -
leicht und ungemein unterhaltend inszeniert ... Man sitzt jedenfalls da und
denkt: So muss eine Künstlerbeziehung sein, und so muss sie scheitern. Das
ist für die Protagonisten nicht schön, aber für den Zuschauer sehr
unterhaltsam." Landshuter Zeitung
"Textstark sind die Lieder alle und
musikalisch eine anspruchsvolle Mischung aller Genres. Herrlich die
Hochzeitsszene, die nicht nur aussagestark, sondern komisch und tragisch
zugleich ist, und perfekt gesungen und gespielt. Stephanie Marin und
Sebastian Strehler sind die Idealbesetzung." Donaukurier
"Sensibel und sexy füllte Stephanie Marin die Rolle der Cathy
mit vielen Zwischentönen aus (...) Sebastian Strehler ... als liebenswert
linkischer Möchtegern-Romeo (...) von Christoph Weinhart am Piano hinreißend
begleitet. Intensiver Beifall." Augsburger Allgemeine Zeitung
„Stephanie Marin und Sebastian Strehler geben das junge Paar,
das nicht ohne einander, aber eben auch nicht miteinander sein kann. Und
das tut dieses Power-Duo mit so viel Charme und Witz, dass die zwei Stunden
wie im Flug vorüberziehen. Trotz der ernsten Thematik wird die Geschichte
von Brown dankenswerterweise mit einer ordentlichen Portion Ironie und
schwarzem Humor serviert. Eng am Text manövriert Regisseurin Silvia
Armbruster ihre Darsteller in die absurdesten Situationen hinein, bei denen
sich das Publikum vor Lachen oft kaum mehr gerade auf seinen Stühlen halten
kann.“ Münchner
Merkur
"...Es geht um ein junges Künstlerpärchen, das sich
verliebt, heiratet und sich schließlich wieder trennt. So weit, so
gewöhnlich. Der Clou ist jedoch die raffinierte Erzählweise. Jamie und Cathy
erzählen abwechselnd in Songs vom Scheitern ihrer Beziehung. Doch während er
dabei chronologisch vorgeht, beginnt sie ihre Erzählung mit dem Moment der
Trennung. Nur als Jamie um Cathys Hand anhält, treffen die beiden
Handlungsstränge kurz aufeinander. Junge Musical-Schauspieler sollen sich
hier in kleinen, aber originellen Formaten dem Publikum hautnah
präsentieren. Diese Idee hat Charme und funktioniert. Besonders Sebastian
Strehler weiß gesanglich und dank seiner Bühnenpräsenz, die er besonders in
den komischen Momenten voll ausspielt, zu überzeugen..." Süddeutsche
Zeitung
 |
 |