SPIELZEIT 2009/2010

 


Jason Robert Brown
 Die letzten fünf Jahre

Wo kommt die Liebe her, wo geht sie hin? Die Wissenschaft hat zwar enorme Fortschritte dabei gemacht, die Liebe zu erklären. Sie spricht von Oxytocin, Vasopressin und anderen Hormonen. Davon, dass Liebe im Gehirn entsteht, also offenbar doch mehr eine Kopf- als eine Herzenssache ist. Aber am Ende bleibt es noch immer ein Mysterium, warum wir uns in gerade den Mann oder die Frau verlieben. Und warum das, was so rein und nicht von dieser Welt erschien, an banalen Alltagsdingen scheitert. Man liebt sich, lebt zusammen, lebt sich auseinander, liebt sich nicht mehr. Klingt doch ganz einfach, aber ist es das?  

Bei Jamie und Cathy – er Schriftsteller, sie Schauspielerin und Sängerin – sind es immerhin fünf Jahre vom Kennenlernen bis zur Krise, vom ersten Kuss bis hin zum Point of No Return: dem Tag, an dem er mit einer anderen im Bett landet. Und bis hin zur großen Frage, wie es dazu kommen konnte. Weil er als Schriftsteller plötzlich Erfolg hat, umschwärmt wird, während sie nur mühsam vorwärts kommt? Und weil ihre Leben deshalb nicht mehr zueinander passen? Das klassische Boy meets Girl, leaves Girl, oder auch umgekehrt – könnte man meinen. Aber so wie der erfolgreiche Broadway-Komponist Jason Robert Brown das in seinem mit den wichtigsten New Yorker Theaterpreisen ausgezeichneten Musical „Die letzten fünf Jahre“ erzählt, wirkt es unheimlich frisch und sehr modern. Einmal, weil Brown die Geschichte in wunderschöne, mitreißende Songs verpackt. Und weil er sie nicht nur aus der Sicht von Mann und Frau, sondern auch von vorne und von hinten schildert.

Nur einmal treffen die beiden Stränge aufeinander, finden sich wieder im Duett, und zwar in dem Moment, als Jamie um Cathys Hand anhält. Da sind wir mittendrin im Zentrum dieser Liebe, wissen wo sie anfängt, wo sie endet – aber ob wir sie deshalb verstehen? Oxytocin, Vasopressin? So etwas kommt doch nur heraus, wenn man mit reinem Verstand etwas erklären will, was man fühlen, man erleben muss. (Auch wenn es manchmal bitter endet.)

Sebastian Strehler wurde beim 38. Bundeswettbewerb für Gesang  im Berliner Friedrichstadtpalst mit dem 2. Preis in der Sparte Chanson ausgezeichnet.

 

Regie: Silvia Armbruster; Musikalische Leitung: Christoph Weinhart

Besetzung: Stefanie Marin, Sebastian Strehler

 

Premiere: 9.10.2009

 

 

Pressestimmen

 

"Silvia Armbruster hat die eigentlich traurige Geschichte mit minimaler Requisite - zwei Stühle, ein Tisch - leicht und ungemein unterhaltend inszeniert ... Man sitzt jedenfalls da und denkt: So muss eine Künstlerbeziehung sein, und so muss sie scheitern. Das ist für die Protagonisten nicht schön, aber für den Zuschauer sehr unterhaltsam." Landshuter Zeitung

 

"Textstark sind die Lieder alle und musikalisch eine anspruchsvolle Mischung aller Genres. Herrlich die Hochzeitsszene, die nicht nur aussagestark, sondern komisch und tragisch zugleich ist, und perfekt gesungen und gespielt. Stephanie Marin und Sebastian Strehler sind die Idealbesetzung." Donaukurier

 

"Sensibel und sexy füllte Stephanie Marin die Rolle der Cathy mit vielen Zwischentönen aus (...) Sebastian Strehler ... als liebenswert linkischer Möchtegern-Romeo (...) von Christoph Weinhart am Piano hinreißend begleitet. Intensiver Beifall." Augsburger Allgemeine Zeitung

 

„Stephanie Marin und Sebastian Strehler geben das junge Paar, das nicht  ohne einander, aber eben auch nicht miteinander sein kann. Und das tut  dieses Power-Duo mit so viel Charme und Witz, dass die zwei Stunden wie  im  Flug vorüberziehen. Trotz der ernsten Thematik wird die Geschichte  von Brown dankenswerterweise mit einer ordentlichen Portion Ironie und  schwarzem Humor serviert. Eng am Text manövriert Regisseurin Silvia Armbruster ihre Darsteller in die absurdesten Situationen hinein, bei denen sich das Publikum vor  Lachen oft kaum mehr gerade auf seinen Stühlen halten kann.“  Münchner Merkur

"...Es geht um ein junges Künstlerpärchen, das sich verliebt, heiratet und sich schließlich wieder trennt. So weit, so gewöhnlich. Der Clou ist jedoch die raffinierte Erzählweise. Jamie und Cathy erzählen abwechselnd in Songs vom Scheitern ihrer Beziehung. Doch während er dabei chronologisch vorgeht, beginnt sie ihre Erzählung mit dem Moment der Trennung. Nur als Jamie um Cathys Hand anhält, treffen die beiden Handlungsstränge kurz aufeinander. Junge Musical-Schauspieler sollen sich hier in kleinen, aber originellen Formaten dem Publikum hautnah präsentieren. Diese Idee hat Charme und funktioniert. Besonders Sebastian Strehler weiß gesanglich und dank seiner Bühnenpräsenz, die er besonders in den komischen Momenten voll ausspielt, zu überzeugen..." Süddeutsche Zeitung