SPIELZEIT 2009/2010

 


Franz Wittenbrink  Denn alle Lust will Ewigkeit

In „Denn alle Lust will Ewigkeit“ finden Eros und Thanatos zu einer ganz eigenen Liaison. Geht es hier doch um drei junge Frauen, deren Liebe einzig und allein dem Tod gilt. Ihn besingen sie in Liedern von Pergolesi und Purcell, Schumann, Brahms und Bach, in Songs von Meredith Monk, den Beatles, Nina Hagen oder Kate Bush. Ihn feiern sie als sinnenfrohes Fest. Auch Eichendorff, Heine, Shakespeare und natürlich Nietzsche dürfen in Franz Wittenbrinks Liederabend Pate stehen für die morbide Lust am Sterben und Vergehen, die sinnenfrohe Huldigung an Schlafes Bruder.

Dabei bewegt sich der ganze Abend atmosphärisch dicht und auf musikalisch fulminante Weise zwischen Parodie und Travestie, abgründigem Sentiment und leichtfertigem Witz, zwischen verrutschtem Opernklischee und perfekt intonierter Arie. Traumsicher und mit perfektem Timing wechseln die Sängerinnen von der hohen musikalischen Empfindung zu Humor und Ironie, ziehen dem Tod auf diese Weise seinen Stachel, um ihm dann doch wieder die Ehre zu erweisen. In Salzburg und München gab es dafür stehende Ovationen.

Jetzt ist das Kultstück von Franz Wittenbrink endlich auch in Landshut zu sehen und zu erleben. Und wird bei manchem sicherlich den Wunsch wecken, der Abend möge wenn schon nicht ewig, dann wenigstens länger als seine 90 mitreißenden Minuten dauern.     

 

Regie: Silvia Armbruster; Musikalische Leitung: Manfred Manhart; Bühne / Kostüme: Gretl Kautzsch; Dramaturgie: Susanne Hindenberg, Regie-Assistenz: Jeannine Koda

Besetzung: Ursula Berlinghof, Dagmar Geppert, Nathalie Schott, Magda Stief, Ernst Matthias Friedrich

 

Premiere: Okt 2010