SPIELZEIT 2009/2010

 


Simon Stephen
s  Pornographie

Pornographie“ von Simon Stephens ist  aufrüttelndes, von der Kritik gefeiertes Gegenwartstheater, eine seismographische Zustands-beschreibung der westlichen Kultur. „Pornographie“  bedeutet  hier im übertragenen Sinne die Gewalt, die in jedem von uns angelegt ist und die von uns alltäglich voyeuristisch beobachtet wird. Nach Hamburg, Hannover und Berlin endlich auch in Landshut. Das Stück erzählt von einem Tag der Katastrophe, spart diese aber selber aus. Es schildert schildert in sieben Episoden den Alltag von acht Großstadtmenschen, ganz normale Londoner, die in ihren inneren und äußeren Beziehungen verstrickt sind, in Sehnsüchten, Hoffnungen und Ängsten. Und die, gefangen in den Schablonen ihrer eigenen Wahrnehmung, allesamt Tabubrüche begehen, weil sie sich nur im Moment der Grenzüberschreitung lebendig fühlen. Währenddessen spielen  sich in London Tage  der Euphorie, der Aufbruchsstimmung und der großen Katastrophe ab: Nach dem Live Konzert im Hyde am 2. Juli erhält London am 6. Juli 2005 die Zusage für die Olympiade 2012.  Am 7.Juli 2005 lösen vier Selbstmordattentäter Sprengsätze in der Londoner U-Bahn aus….
Simon Stephens, 1971 in Stockport in England geboren, wurde von der Zeitschrift Theater heute 2008 für „Pornographie“ als bester ausländischer Dramatiker  ausgezeichnet und ist einer der meist gespieltesten, erfolgreichsten Theaterautoren der Gegenwart.

 

 

Regie: Sven Grunert; , Bühne: Helmut Stürmer; Kostüme: Karin Stephany;Dramaturgie: Susanne Hindenberg; Szenographie: Toni Gruber; Video: Hagen Wiel, Thomas Forster; Regie-Assistenz: Jakob Haller; Ton, Licht, Technik: Jürgen Behl, Markus Arndt, Theo Funke, Vladimir Baglay, Björn Andresen

Besetzung: Anton Algrang, Julia Kunze, Birte Rüster, Gerrit Selmeier, Magda Stief, Urs Fabian Winiger

 

Premiere: 12.3.2010

 

 

Pressestimmen


„Eine beeindruckende Theaterarbeit“ BR2

„Das ist eine britische Spezialität: Dieser knallharte Realismus, den Leuten unter die Hausdächer zu schauen. (…) Die Normalität als künstliches Koma:. Stephens Kunst bricht sie auf. (…) Wie denkt ein Mörder, ein Attentäter? Warum machen die das? Schon der Nachbar ist ein Rätsel, das selbst die Liebe nicht löst. Das alles macht den Text so stark, und er gewinnt noch an Stärke, wenn gute Schauspieler ihn sprechen. Im ´kleinen theater´ funktioniert dieses Kopfkino ausgesprochen überzeugend.
Die Schwierigkeit, zwei Stunden praktisch ohne äußere Handlung irgendwie zu bewältigen, gelingt auf der Schauspielseite absolut. Da zeigt sich auch mal wieder, dass Sven Grunert ein famoser Schauspieler-Regisseur ist.“ Landshuter Zeitung

„Spannend in Szene gesetzt (...) Zündstoff zur Diskussion und kritischen Auseinandersetzung." Landshut aktuell

 

„Der Terrorist entpuppt sich als höflicher Familienvater, der Frau und Kinder morgens zum Abschied küsst, ehe er sich auf den Weg macht um sich und andere in die Luft zu sprengen. ......Simon Stephens Pornographie in Landshut und Ingolstadt, hier düster verschattet, dort mit eisiger Präzision ausgeleuchtet und beides Mal eindrucksvoll.“ Bayerischer Rundfunk, BR2