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Bertolt Brecht / Kurt Weill
Die Dreigroschenoper
Im kleinen theater wird diese Saison
mordsmäßig gehaifischt – und das mit scharfen Zähnen. Bertolt Brechts
waghalsiger und überaus erfolg- reicher Theatercoup der "Dreigroschenoper" aus
dem Jahr 1928 hat schon in der Weimarer Republik für Furore gesorgt, und
seitdem hat jede Zeit eine neue Schicht auf dieses wilde, zeitlose Spektakel um
Liebe, Gier und erotische Verwicklungen gelegt. Das funktioniert, weil Brecht
aus einer der berühmtesten Opern des 18. Jahrhunderts, John Gays "The Beggar΄s
Opera", zupackend archetypische, ewig gültige Theater-gestalten
herausdestilliert hat. Und er hat das so gut gemacht, dass Typen wie Mackie
Messer längst von der Bühne hinabgestiegen sind und sich in der kollektiven
Erinnerung verselbstständigt haben.
Macheath ist
der Häuptling der Londoner Einbrecher. Seine Spezialität sind
Raubüberfälle, Mord und Zuhälterei. Man nennt ihn Mackie Messer.
Protegiert wird er von Polizeichef Tiger-Brown, geliebt von Polly Pea- chum,
der Tochter des Chefs der Londoner Bettlergewerkschaft. Als Mackie sie in
einem Pferdestall heiratet, setzt der Vater alles daran, den Verführer an
den Galgen zu bringen. Im Herzen von Soho kommt es zum Kampf der Giganten,
Kriegsschauplatz ist das Bordell.
Im kleinen
theater stellen sich Brechts entscheidende Fragen: Ist der Mensch nur ein
domestiziertes Ungeheuer? Ein genusssüchtiges, amora- lisches Wesen, das sich
hinter der Fassade geschäftstüchtiger Bürger- lichkeit verbirgt? Wo endet der
Reichtum und wo beginnt das mensch- liche Elend? Bertolt Brechts grandiose
Satire über die Verstrickungen von Bürgerlichkeit und Verbrechen, Moral und menschliche Begierden ist zum einen ein Spektakel zum Genießen. Aber
Vorsicht, nicht zu entspannt zurücklehnen: Die Tarn-Maske der
Wohlanständigkeit, die sich Brechts Verbrecher- und Bettlertrupp ebenso gern
wie vergeblich aufzusetzen trachtet, tragen wir letztlich alle.
Das muss man
doch mal zeigen dürfen, sprach das kleine theater und stürzte sich auf den
üppigen Stoff. Denn es geht, sagt Intendant und Regisseur Sven Grunert, um
die reale, uns umgebende heutige Welt und die menschliche Natur selbst:
"Erfolgreicher Unternehmer trifft auf erfolgreichen Geschäftsmann, macht
bare Münze aus dem Unglück an- derer und bedient sich dabei zur Tarnung
bürgerlicher Mechanismen. Das menschliche Individuum ist sehr gefährlich,
gefährlicher als jeder Haifisch – und wir müssen uns alle diesen
destruktiven Tendenzen in uns stellen." Die "Dreigroschenoper": sicher eines
der spektakulärsten Projekte in der 20-jährigen Geschichte des Hauses, jetzt
dem Publikum zum Genuss freigegeben!
Das Sonderprojekt zur Spielzeit 2011/2012
wird unterstützt vom Bay- rischen Kulturfonds und vom BMW Werk Landshut
und von den
Land- schaftsarchitekten und Stadtplanern
Wartner & Zeitzler aus Landshut und Plattling
Regie: Sven Grunert; Musikalische Leitung:
Manfred Manhart; Bühne: Helmut Stürmer; Kostüme: Julia Borchert;
Ausstattung: Lucie Hofmüller; Dramaturgie: Maja Nemere; Regieassistenz: Tina
Lorenz Besetzung: Cristina Andrione, Ursula Berlinghof, Julius Bornmann,
Rudi Knauss, Oliver Koch, Christoph Krix, Monika Lachenmeir, Stephanie Marin,
Andreas Mayer, Nathalie Schott
Premiere: Freitag, 7. Oktober 2011
Dauer: 2 St. 50 Min., eine Pause
Pressestimmen
„Das Stück landet sicher auf der Bühne in dem
Haus, das mit dieser Inszenierung an die Grenzen des Machbaren gegangen ist.
Und das beweist, dass dieser Klassiker der Moderne, an größeren Bühnen auch
schon mal leicht angestaubt und museal oder massiv überfrachtet
daherkommend, in der Intimität eines eher kleinen Umfelds ausge-sprochen gut
funktionieren kann… Ursula Berlinghof als Celia, ausge-stattet mit dem
Temperament einer mit allen Wodkas gewaschenen Unterschichten-Tigerin, und
Oliver Koch als Jonathan Jeremiah…, cool wie Pfefferminz, bilden ein prima
Team.“ Landshuter Zeitung vom
10.10.2011
„Der Intendant treibt Ensemble, Publikum und
sich selbst zu Höchstleistungen…fast verschwenderisch die Spiellust, beinahe
selbst-vergessen der Gesang… Das Premierenpublikum feierte die Dreigro-schenoper mit tosendem Applaus, johlte klatschte und trampelte das
Publikum immer wieder zurück auf die Bühne.“
Wochenblatt vom 12.10.2011
„Das Ensemble mit jugendlichem Temperament,
exzellente Stimmen, pfiffig gedresst zeichnet eine sympathische Unterwelt,
sexy, mit Flitter und Glitzer die Huren, pomadisierte Gigolos der Kreis um
Mackie Messer … Julius Bornmann spielt ihn mit unwiderstehlichem Dandycharme…
Ein Feuerwerk von Ideen, Varieté, Moritat....“
Landshut Aktuell vom 12.10.2011




Das Ensemble der Dreigroschenoper
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